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Keine Geduld mehr | 17. September 2017 | 19.00 | Schauspiel Köln | Depot 2

 Die Veranstaltung wird nicht nur über die aktuelle Situation des Kölner Schriftstellers Doğan Akhanlı informieren, der Madrid noch immer nicht verlassen darf. Sie wird sich auch mit der derzeitigen Situation von Schriftsteller*innen und Journalist*innen in der Türkei beschäftigen und sich kritisch mit den deutsch-türkischen Beziehungen auseinandersetzen. weiter


Spendenaufruf für Dogan Akhanli und weitere Opfer der türkischen Justiz

Wir, die Mitglieder des Kölner Vereins „recherche international e.V“., sind bestürzt darüber, dass der deutsch-türkische Schriftsteller Dogan Akhanli auf Betreiben der Türkei in Spanien inhaftiert wurde. Er wurde zwar nach einem Tag wieder freigelassen, wird aber nun daran gehindert, Spanien zu verlassen und muss dort womöglich mehrere Monate auf einen Gerichtsentscheid über den Auslieferungsantrag der Türkei warten.
Ein willkürlicher Übergriff der spanischen Justiz im Auftrag des türkischen Staates, gegen den wir scharf protestieren.
Der 60-jährige Autor lebt seit 1992 in Köln und arbeitet seit vielen Jahren für „recherche international e.V.“. Er ist Mitglied in der internationalen Schriftstellervereinigung PEN. In seinen literarischen Werken und Forschungsarbeiten für den Verein setzt er sich nicht nur für die Unteilbarkeit der Menschenrechte und gegen die Verfolgung Andersdenkender durch das Erdogan-Regime ein, sondern insbesondere auch für die Aufarbeitung des Genozids an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs, der von der türkischen Regierung bis heute geleugnet wird.
„Die jetzige Festnahme zeigt den Versuch Erdogans, seine Macht über dieGrenzen seines Landes hinaus auszudehnen und weltweit gegen unliebsameund kritische Stimmen vorzugehen“, so Akhanlis deutscher RechtsanwaltIlias Uyar.Die Verfolgung und Inhaftierung von Oppositionellen und Kritikern des türkischen Regimes im europäischen Ausland ist keine Ausnahme. In Spanien muss der schwedisch-türkische Journalist Hamza Yalcin sogar in Haft auf seinen Auslieferungsprozess warten. In anderen europäischen Ländern werden besonders Kurd*innen auf diese Art verfolgt – auch in Deutschland.
Der Griff der Türkei nach seinen Kritiker*innen ist nur möglich, weil sich Sicherheitsbehörden in ganz Europa zu Handlangern von Staatspräsident Erdogan machen. Mit dieser Zusammenarbeit muss endlich Schluss sein! Ob über Interpol, wie im Falle von Dogan Akhanli, oder in Deutschland über das BKA oder die Verfassungsschutzbehörden: Die staatliche Unterstützung für die Verfolgung demokratischer Oppositioneller aus der Türkei im Ausland muss ein Ende haben!
Überdies erwarten wir von der Bundesregierung Aufklärung darüber, warum unser Kollege Dogan Akhanli als deutscher Staatsbürger nicht frühzeitig darüber informiert wurde, dass die türkische Regierung ihn über Interpol zur Festnahme und Auslieferung ausschreiben ließ.
Wir bitten für die Finanzierung des Zwangsaufenthalts von Dogan Akhanli, der Prozesskosten und der Solidaritätsarbeit um (steuerabzugsfähige) Spenden. Gelder, die nicht für die Finanzierung des Verfahrens von Dogan Akhanli benötigt werden, werden dem „Rechtshilfefonds für Verfolgte in der Türkei“ (http://www.das-kulturforum.de/) übergeben.
Recherche International e.V.
Sparkasse KölnBonn
IBAN: DE07 3705 0198 0023 8120 43
SWIFT-BIC.: COLSDE33
Stichwort: Dogan Akhanli
Christa Aretz, Albrecht Kieser, Gerhard Klas, Birgit Morgenrath, Marie Schüller, Karl Rössel
(Vorstand und MitarbeiterInnen von recherche international e.V.)
Kontakt: albrecht.kieser@rjb-koeln.de
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